Wie Trauer, Beileid und Mitgefühl in Worten ausdrücken?

Trauerlyrik 11: Persönliche Trauerlyrik

Frei sein

Frei sein
Vollkommen frei
Schwebend fortschwimmen
Mit dem Meer
Deine Asche
Getragen
Von unzähligen Wellen
Hierhin
Dorthin
Sich auflösend
Reingewaschen von allem
Schwerelos
Keine Stofflichkeit mehr verkörpernd
Den Elementen des Ursprungs
Zurückgegeben
Die Form Der Feinstofflichkeit annehmend
Umgewandelt
Durch den Schlag der Wellen
Millionenfach potenziert
Um letztendlich nur noch
MEE(H)R zu sein.

Kann es ein erhabeneres, leichteres
Würdigeres Fortgehen
Von dieser Welt geben?

Petra Elvira Schulte

Der Tod hat keine Bedeutung -
ich bin nur nach nebenan gegangen.
Ich bleibe, wer ich bin,
und auch Ihr bleibt dieselben.

Was wir einander bedeuteten, bleibt bestehen.
Nennt mich bei meinem vertrauten Namen.
Sprecht in der gewohnten Weise mit mir
und ändert Euren Tonfall nicht!

Hüllt Euch nicht
in Mäntel aus Schweigen und Kummer.
Lacht wie immer
über die kleinen Scherze, die wir teilten.

Wenn Ihr von mir sprecht, so tut es ohne Reue
und ohne jegliche Traurigkeit.
Leben bedeutet immer nur Leben
- es bleibt so bestehen, immer -
ohne Unterbrechung.

Ihr seht mich nicht,
aber in Gedanken bin ich bei Euch.
Ich warte eine Zeit lang auf Euch
- irgendwo, ganz in der Nähe -
nur ein paar Straßen weiter.

Henry Scott-Holland

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Lieben heißt,
das größte Glück zu empfinden,
das Gott uns geschenkt hat.

Lieben heißt,
einander anzunehmen,
mit allen Stärken und Schwächen.

Lieben heißt,
sich anzusehen und zu wissen,
was der andere fühlt.

Lieben heißt,
sich über jeden gemeinsamen Tag zu freuen.

Lieben heißt,
gemeinsam lachen und
gemeinsam traurig sein.

Lieben heißt auch,
loszulassen, wenn der Tag gekommen ist.

Lieben heißt auch,
zu trauern, weiterzuleben,
in der Hoffnung, sich wiederzusehen.
Das ist meine Liebe.

Maria Höll-Fiebrandt

Still, seid leise,
es war ein Engel auf der Reise.
Sie wollte ganz kurz bei euch sein,
warum sie ging, weiß Gott allein.
Sie kam von Gott, dort sind sie wieder.
Sollte nicht auf unsre Erde nieder.
Ein Hauch nur bleibt von ihr zurück.
in eurem Herz ein großes Stück.
Sie wird für immer bei euch sein
vergesst sie nicht, sie war so klein.
Geht nun ein Wind an mildem Tag,
so denkt: Es war ihr Flügelschlag.
Und wenn Ihr fragt: Wo mag sie sein?
So wisst: Engel sind niemals allein.
Sie kann jetzt alle Farben sehn,
und barfuss durch die Wolken geh'n
Bestimmt lässt sie sich hin und wieder
bei anderen Engelkindern nieder.
Und wenn ihr sie auch sehr vermisst
und weint, weil sie nicht bei Euch ist,
so denkt: Im Himmel, wo es sie nun gibt
erzählt sie stolz: Ich werde geliebt!

Unbekannt

Die Kerze ist erloschen,
es weht ein kalter Hauch.
Der Vorhang ist geschlossen
und meine Augen auch.
Das Band, es ist gerissen,
das mich gehalten hat.
Die Uhr ist angehalten,
schlägt nun nicht mehr im Takt.
Mein Leben ist gelebt
und war des Lebens wert.
Die unendliche Stille
in meine Seele fährt.
Ihr sollt mich nicht begleiten,
ich geh´ den Weg allein.
Doch in Eure Gebete,
da schließt mich gern mit ein.
Nun gönnt mir meine Ruhe,
ich schlafe nun in Ruh,
und hauche mit dem Winde
ein "Lebet wohl" Euch zu.

Nadine Stricker